Glossar zur E-Rechnung
26 Begriffe aus Recht, Norm und Technik, jeweils in wenigen Sätzen erklärt.
Die Begriffe rund um die elektronische Rechnung stammen aus drei Welten: dem Umsatzsteuerrecht, der europäischen Normung und der XML-Technik. Diese Sammlung erklärt jeden Begriff ohne Vorwissen und zeigt, wo er in einer echten Rechnungsdatei auftaucht.
BT-Nummer
Die Kennung eines einzelnen Informationselements im Kernmodell der EN 16931, beispielsweise BT-1 für die Rechnungsnummer.
CII
Die UN/CEFACT-XML-Syntax, die ZUGFeRD, Factur-X und die CII-Variante der XRechnung verwenden.
E-Rechnung
Eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das eine automatische Verarbeitung erlaubt und der EN 16931 entspricht.
E-Reporting
Die Meldung von Transaktions- und Zahlungsdaten an die Finanzverwaltung, in Frankreich parallel zur E-Rechnung eingeführt.
EDIFACT
Ein älterer, nicht XML-basierter Standard für den elektronischen Datenaustausch, der im Handel und in der Industrie noch weit verbreitet ist.
EN 16931
Die europäische Norm, die das semantische Datenmodell einer elektronischen Rechnung festlegt und die Grundlage aller zulässigen Formate bildet.
Factur-X
Die französische Bezeichnung für dasselbe Hybridformat wie ZUGFeRD, gemeinsam von Deutschland und Frankreich entwickelt.
GoBD
Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern in elektronischer Form, die auch die Archivierung von E-Rechnungen regeln.
Hybridformat
Ein Rechnungsformat, das eine menschenlesbare Sichtkomponente und maschinenlesbare Daten in einer Datei vereint.
Kleinbetragsrechnung
Eine Rechnung bis 250 Euro brutto, für die nach § 33 UStDV erleichterte Anforderungen gelten und die von der E-Rechnungspflicht ausgenommen ist.
KoSIT
Die Koordinierungsstelle für IT-Standards, die den XRechnung-Standard und den amtlichen Validator pflegt.
Leitweg-ID
Die Adresskennung, mit der eine Rechnung an die richtige Stelle eines öffentlichen Auftraggebers geleitet wird. Feld BT-10.
OZG-RE und ZRE
Die beiden Portale des Bundes für den Empfang elektronischer Rechnungen: ZRE für die unmittelbare, OZG-RE für die mittelbare Bundesverwaltung.
PDF/A-3
Die PDF-Variante für die Langzeitarchivierung, die als einzige beliebige Dateien im Anhang tragen darf. Grundlage von ZUGFeRD und Factur-X.
Peppol
Ein europäisches Netzwerk zum Austausch elektronischer Geschäftsdokumente, mit eigenem Rechnungsprofil auf UBL-Basis.
Reverse Charge
Die Umkehr der Steuerschuldnerschaft: der Leistungsempfänger schuldet die Umsatzsteuer, nicht der Rechnungssteller. Steuerkategorie AE.
Schematron
Eine Regelsprache für XML, mit der die Geschäftsregeln der EN 16931 und die Zusatzregeln der XRechnung geprüft werden.
Syntax
Die konkrete technische Sprache, in der ein Rechnungsdatenmodell ausgedrückt wird. Für die EN 16931 sind das UBL und CII.
UBL
Eine XML-Syntax von OASIS, in der XRechnung und Peppol BIS Billing 3.0 ausgeliefert werden können.
USt-IdNr.
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, in der Rechnung das Feld BT-31 für den Verkäufer und BT-48 für den Käufer.
Validierung
Die Prüfung, ob eine Rechnungsdatei die Struktur- und Geschäftsregeln des jeweiligen Standards einhält.
ViDA
Das EU-Vorhaben VAT in the Digital Age, das elektronische Rechnungen und eine digitale Meldung von Umsatzsteuerdaten europaweit vereinheitlichen soll.
Visualisierung
Die lesbare Darstellung einer XML-Rechnung, bei der Feldcodes den passenden Bezeichnungen zugeordnet werden.
XRechnung
Der deutsche Standard für strukturierte Rechnungen, eine nationale Ausprägung der EN 16931, verpflichtend für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber.
ZUGFeRD
Ein hybrides Rechnungsformat: ein sichtbares PDF mit einer maschinenlesbaren XML-Datei im Dateianhang.
ZUGFeRD-Profile
Die Ausbaustufen von ZUGFeRD und Factur-X, von MINIMUM bis EXTENDED, die bestimmen, wie viele Daten die XML-Datei enthält.